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Steuerungsarten
Einknopfsammelsteuerung (1KS-Steuerung)
Die 1KS-Steuerung ist eine Sammelsteuerung, die alle Außenrufe richtungsunabhängig bedient. Je Etage ist nur ein Außenrufknopf vorhanden. Alle Außen- und Kabinenrufe werden zu jeder Zeit registriert und durch Beleuchtung des Rufknopfes quittiert. Die einmal gewählte Fahrtrichtung ist auch die Sammelrichtung und bleibt solange bestehen, bis alle in dieser Fahrtrichtung vorliegenden Rufe erledigt sind. Erst dann erfolgt ein Richtungswechsel.
Als Option ist die 1KSab-Steuerung verfügbar. Hier werden alle Außenrufe nur in der Fahrtrichtung abwärts bedient. Wenn sich die Haupthaltestelle nicht in der untersten sondern in einer Haltestelle (z. B.: 4.) darüber befindet, so wird diese als Haupthaltestelle parametriert und die Außenrufe erhalten die folgende Bedeutung:
- Alle Außenrufe oberhalb der Haupthaltestelle (hier im Beispiel: 5. bis oben) sammeln abwärts.
- Alle Außenrufe unterhalb der Haupthaltestelle (hier im Beispiel: 1. bis 3.) sammeln aufwärts.
- Der Außenrufknopf in der Haupthaltestelle wird aus jeder Fahrtrichtung bedient.
Liegen keine Kabinenrufe vor, so bestimmt ein neuer Kabinenruf die Fahrtrichtung. Wenn sich die Kabine vom Haupthalt entfernt, werden nur Kabinenrufe bedient. Wenn sich die Kabine auf den Haupthalt zubewegt, werden sowohl Kabinen- als auch Außenrufe bedient. Wenn die Kabine voll beladen ist, bedient sie keine weiteren Außenrufe mehr. Die Richtungsanzeiger außen, zeigen die weitere Fahrtrichtung an.
Bei der Einknopfsammelsteuerung gibt es keine Fehlbedienung. Daher ist sie eine optimale Lösung für Einzelaufzüge mit wenigen Haltestellen.
Zweiknopfsammelsteuerung (2KS-Steuerung)
Die 2KS-Steuerung ist eine Kollektivsteuerung, die Rufe in beide Fahrtrichtungen sammelt. Sie ist gut geeignet, um den Verkehr in Stoßzeiten abzuwickeln. Auf jedem Stockwerk sind zwei separate Rufknöpfe vorhanden (einer für die Aufwärts-, der andere für die Abwärtsrichtung), die der Steuerung mitteilen, welche Fahrtrichtung gewünscht wird. Wenn beide Außenknöpfe gedrückt werden, kommt es bei einer 2KS-Steuerung zu unnötigen Halten bzw. Leerfahrten (Durchsatzverlust bis zu 30 %). Daher ist die Steuerung standardmäßig so zu konzipieren, dass die Außenrufe einer Haltestelle bei der Einfahrt gelöscht werden (Parameter: selektive Ruflöschung ein/aus).
Außen- und Kabinenrufe werden zu jeder Zeit registriert und durch Beleuchtung des Rufknopfes quittiert. Die eingegangenen Außenrufe werden von der Gruppensteuerung auf die einzelnen Aufzüge verteilt. Eine aufwärts fahrende Kabine bedient die in Fahrtrichtung vor ihr liegenden Kabinenrufe und die ihr zugewiesenen Außenrufe nur, wenn sie in ihrer bisherigen Fahrtrichtung keine weiteren Kabinen- oder Außenrufe mehr zu bedienen hat.
Wenn eine Kabine voll beladen ist, reagiert sie nicht mehr auf Außenrufe. Auf der Etage wird die Weiterfahrtsanzeige eingeschaltet und eventuell ertönt ein Gong. Diese Signale zeigen an, welcher Aufzug die Etage bedient. Die Weiterfahrtsanzeige zeigt außerdem an, in welche Richtung die Kabine weiterfährt.
Bei Außenrufen wird zwischen Rufen in Vorwärtsrichtung und Rufen in Rückwärtsrichtung unterschieden. Außenrufe in Vorwärtsrichtung sind Rufe, deren gewünschte Fahrtrichtung mit der aktuellen Fahrtrichtung der Kabine identisch ist. Außenrufe in Rückwärtsrichtung sind Rufe, deren gewünschte Fahrtrichtung der aktuellen Fahrtrichtung der Kabine entgegengesetzt ist. Die Kabine bedient in erster Linie nur Außenrufe in Vorwärtsrichtung. Wenn die Kabine alle Kabinenrufe und Außenrufe in Vorwärtsrichtung abgearbeitet hat, kann sie einen Außenruf in Rückwärtsrichtung bedienen. Wenn Außenrufe in Rückwärtsrichtung vor der Kabine liegen, bedient sie den Ruf der Rückwärtsrichtung, der am dichtesten beim Schachtende vor ihr liegt. Wenn keine Kabinenrufe oder zugewiesenen Außenrufe mehr vor der Kabine liegen, ändert sie ihre Richtung. Dadurch werden alle Außenrufe, die bisher als „in Rückwärtsrichtung“ betrachtet wurden, zu Außenrufen in Vorwärtsrichtung.
Selbstfahrer Standard (SFS-Steuerung)
Die einfachste Aufzugsteuerung ist die sogenannte Selbstfahrersteuerung. Sie registriert einen Abholwunsch von einer Etage und beordert den Aufzug nach Auswahl der entsprechenden Fahrtrichtung dorthin. Der Fahrgast besteigt nach dem Öffnen der Türen den Fahrkorb und gibt seinen Fahrtwunsch durch Betätigen eines Befehlstasters an die Steuerung. Die Steuerung legt nun die Fahrtrichtung fest und setzt den Aufzug zum gewünschten Ziel ohne Zwischenhalt in Bewegung. Sie berücksichtigt keine weiteren Fahrtwünsche, bis der Aufzug das Ziel erreicht hat und der Fahrgast ausgestiegen ist. Ist der Aufzug in Fahrt, sind die Türen offen oder liegt ein Innenkommando vor, so signalisiert ein Besetzt-Licht an den Fahrschachtzugängen, dass der Fahrkorb im Moment nicht zur Verfügung steht.
Diese Steuerungsart kann zwar für einen Lastenaufzug sehr zweckmäßig sein, für den Einsatz in Wohn- oder Verwaltungsgebäuden ist sie aber völlig unwirtschaftlich, denn ein Personenaufzug soll seine Tragfähigkeit möglichst effizient nutzen.
Selbstfahrer mit Rufespeicher (SFR-Steuerung)
Die SFR-Steuerung ist eine Sammelsteuerung, bei der die Außenrufe gespeichert und in der Reihenfolge ihres Eintreffens abgearbeitet werden. Dabei wird der wartende Fahrgast in der Regel von einer leeren Kabine abgeholt. Sobald der Fahrgast eingestiegen ist, ist die Kabine für ihn reserviert und er kann eine Zieletage wählen, die immer direkt angefahren wird. Beim Be- und Entladen der Kabine kann eine automatische Tür besonders lange durch ein Signal „Taster Laden“ (Zeit einstellbar) offen gehalten werden. Eine Lastmesseinrichtung meldet, ob die Kabine leer ist und startet erst dann den Abruf neuer Außenrufe.
Der Haupteinsatzbereich für diese Steuerung sind Personen- und Lastenaufzüge, bei denen die Fahrgäste einen möglichst individuellen Service erhalten sollen (z. B. Direktions-, Hotel- und Betten- bzw. Produktionsaufzüge).
Hohl-Sende-Steuerung (HSS300)
Eine spezielle Variante der Rufezuteilung bietet sich bei Einzel- und in Gruppensteuerungen an. Die bisher bekannten Außenrufknöpfe „AUF / AB“ werden durch ein Terminal mit integriertem TFT-Bedienfeld und der aussagefähigen Anzeige ersetzt. Eine ausgewählte Aufzugkabine, die den Benutzer befördern soll, wird nach Eingabe des Fahrtwunsches an den Schachtzugängen, in die rufende Etage herangeholt und dann sofort, ohne weitere Eingaben in der Kabine, in die gewünschte Etage gesendet. Diese Funktionalität übernimmt die „BöPa Hol-Sende-Steuerung HSS300“.
Weitere Zusatzfunktionen wie Prioritätsrufe, Zugangsberechtigungssysteme mit Transponder, Kartenlesern oder ähnliches sind auf Wunsch möglich, müssen aber gesondert besprochen werden.




